Fördermittel für Ihre Baufinanzierung — Alle Zuschüsse im Überblick
Staatliche Förderungen können Ihre Baufinanzierung deutlich günstiger machen. Erfahren Sie, welche Programme es gibt und wie Sie diese nutzen.
Der Staat unterstützt den Erwerb von Wohneigentum und energetische Sanierungen mit zahlreichen Förderprogrammen. Wer die richtigen Förderungen kennt und rechtzeitig beantragt, kann mehrere Tausend Euro sparen. Hier finden Sie eine Übersicht der wichtigsten Programme.
KfW-Förderprogramme
Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) ist der wichtigste staatliche Fördergeber im Bereich Wohneigentum. Mehrere Programme stehen zur Verfügung:
Wohneigentumsprogramm (KfW 124): Mit diesem Programm können Sie bis zu 100.000 Euro zu zinsgünstigen Konditionen für den Kauf oder Bau einer selbst genutzten Immobilie erhalten. Das Darlehen kann flexibel mit einer Bankfinanzierung kombiniert werden und bietet tilgungsfreie Anlaufjahre.
Klimafreundlicher Neubau (KfW 297/298): Für den Bau oder Erstkauf eines besonders energieeffizienten Neubaus gewährt die KfW zinsvergünstigte Kredite bis zu 150.000 Euro pro Wohneinheit. Voraussetzung ist, dass das Gebäude mindestens den Standard Effizienzhaus 40 erreicht und Anforderungen an die Treibhausgasemissionen erfüllt.
Wohneigentum für Familien (KfW 300): Dieses Programm richtet sich gezielt an Familien mit Kindern und einem zu versteuernden Haushaltseinkommen von maximal 90.000 Euro (bei einem Kind, je 10.000 Euro mehr pro weiteres Kind). Es bietet zinsvergünstigte Kredite bis zu 170.000 Euro für den klimafreundlichen Neubau.
Wohn-Riester (Eigenheimrente)
Die Eigenheimrente, besser bekannt als Wohn-Riester, ermöglicht es, die staatliche Riester-Förderung für den Kauf oder Bau einer selbst genutzten Immobilie einzusetzen. Das Prinzip: Sie zahlen in einen zertifizierten Riester-Vertrag ein und erhalten Zulagen und Steuervorteile.
Die Grundzulage beträgt 175 Euro pro Jahr. Für jedes kindergeldberechtigte Kind kommen 185 Euro (vor 2008 geboren) beziehungsweise 300 Euro (ab 2008 geboren) hinzu. Um die volle Zulage zu erhalten, müssen Sie 4 Prozent Ihres rentenversicherungspflichtigen Bruttoeinkommens einzahlen — abzüglich der Zulagen.
Wichtig zu wissen: Wohn-Riester unterliegt der nachgelagerten Besteuerung. Das geförderte Kapital wird auf einem virtuellen Wohnförderkonto verbucht und im Alter mit Ihrem persönlichen Steuersatz versteuert. Dennoch lohnt sich das Modell in den meisten Fällen, insbesondere für Familien mit Kindern.
BAFA-Zuschüsse
Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) fördert Maßnahmen zur energetischen Sanierung von Bestandsimmobilien. Die wichtigsten Programme:
Heizungsförderung: Der Einbau einer klimafreundlichen Heizung wie Wärmepumpe, Biomasseanlage oder Solarthermie wird mit Zuschüssen von bis zu 70 Prozent der förderfähigen Kosten gefördert. Die Grundförderung beträgt 30 Prozent, dazu kommen Boni für Geschwindigkeit (20 Prozent Klimageschwindigkeitsbonus) und einkommensabhängige Zuschüsse (30 Prozent Einkommensbonus bei einem Haushaltseinkommen bis 40.000 Euro).
Einzelmaßnahmen Gebäudehülle: Die Dämmung von Wänden, Dach und Keller sowie der Austausch von Fenstern und Außentüren wird mit 15 Prozent der Kosten bezuschusst, mit individuellem Sanierungsfahrplan sogar mit 20 Prozent.
Regionale Förderprogramme
NRW.BANK: Die Förderbank des Landes Nordrhein-Westfalen bietet zinsgünstige Darlehen für den Erwerb von selbst genutztem Wohneigentum. Besonders interessant ist die Wohnraumförderung für Haushalte mit mittleren Einkommen. Die Konditionen liegen in der Regel deutlich unter dem Marktniveau.
Kommunale Programme: Viele Städte und Gemeinden bieten eigene Förderprogramme an — zum Beispiel vergünstigte Bauplatzpreise, Zuschüsse für junge Familien oder Prämien für den Erwerb in bestimmten Stadtteilen. Erkundigen Sie sich bei Ihrer Gemeindeverwaltung nach lokalen Fördermöglichkeiten. Die Angebote unterscheiden sich regional stark.
Tipps zur Beantragung
Wichtig: Fördermittel müssen VOR dem Kaufvertrag beantragt werden! Ein nachträglicher Antrag ist in den meisten Fällen nicht möglich.
Reihenfolge beachten: Stellen Sie den Förderantrag immer vor Abschluss des Kaufvertrags oder Bauvertrags. Sobald Sie einen Vertrag unterschrieben haben, ist die Förderung in der Regel ausgeschlossen. Das gilt für KfW-Programme ebenso wie für BAFA-Zuschüsse.
Förderungen kombinieren: Viele Programme lassen sich miteinander kombinieren. So können Sie beispielsweise ein KfW-Darlehen mit einem NRW.BANK-Kredit und Wohn-Riester verbinden. Achten Sie dabei auf die jeweiligen Kumulierungsregeln — in der Summe dürfen die Förderungen in der Regel nicht die gesamten Kosten übersteigen.
Fristen einhalten: Achten Sie auf Antragsfristen und Bewilligungszeiträume. KfW-Darlehen werden über Ihre Hausbank beantragt und benötigen in der Regel eine Bearbeitungszeit von zwei bis vier Wochen. BAFA-Zuschüsse werden direkt online beantragt.
Professionelle Beratung: Die Förderlandschaft ändert sich regelmäßig. Lassen Sie sich von einem unabhängigen Finanzierungsberater über die aktuell verfügbaren Programme beraten, um keine Möglichkeit zu verpassen.
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