Erste Immobilie kaufen — Der komplette Leitfaden für Erstkäufer

Von der Budgetplanung über die Finanzierung bis zum Notartermin — alles, was Sie für Ihren ersten Immobilienkauf wissen müssen.

Der Kauf der ersten Immobilie ist eine der größten finanziellen Entscheidungen im Leben. Umso wichtiger ist es, gut vorbereitet zu sein. Dieser Leitfaden führt Sie Schritt für Schritt durch den gesamten Prozess — von der finanziellen Vorbereitung bis zu den ersten Wochen als Eigentümer.

1. Finanzielle Vorbereitung

Bevor Sie mit der Immobiliensuche beginnen, sollten Sie Ihre finanzielle Situation genau kennen. Erstellen Sie zunächst eine detaillierte Haushaltsrechnung: Listen Sie alle monatlichen Einnahmen und Ausgaben auf. Die Differenz zeigt Ihnen, welche monatliche Rate Sie sich dauerhaft leisten können. Als Faustregel gilt: Die monatliche Belastung sollte 35 bis 40 Prozent Ihres Nettohaushaltseinkommens nicht übersteigen.

Prüfen Sie Ihr verfügbares Eigenkapital. Dazu zählen Ersparnisse auf Tages- und Festgeldkonten, Bausparverträge, Wertpapierdepots und auch mögliche Schenkungen von Verwandten. Idealerweise bringen Sie mindestens 20 Prozent des Kaufpreises plus die kompletten Kaufnebenkosten als Eigenkapital ein.

Holen Sie außerdem eine kostenlose SCHUFA-Selbstauskunft ein. Banken prüfen Ihre Bonität, und Fehler im SCHUFA-Eintrag können Ihre Konditionen verschlechtern oder sogar zur Ablehnung führen. Korrigieren Sie fehlerhafte Einträge rechtzeitig.

Tipp: Mit unserem Budgetrechner finden Sie in wenigen Minuten heraus, wie viel Immobilie Sie sich leisten können.

2. Die richtige Immobilie finden

Definieren Sie vorab Ihre Suchkriterien: Lage, Größe, Zimmeranzahl, Baujahr und Ausstattung. Nutzen Sie große Immobilienportale wie ImmoScout24, Immowelt und eBay Kleinanzeigen. Richten Sie Suchaufträge ein, um neue Angebote sofort zu erhalten — gute Objekte sind oft innerhalb weniger Tage vergeben.

Bei Besichtigungen sollten Sie systematisch vorgehen: Prüfen Sie den Zustand von Dach, Fenstern, Heizung und Leitungen. Fragen Sie nach dem Energieausweis, der Nebenkostenabrechnung und eventuellen Renovierungsrückständen. Nehmen Sie sich bei einer Eigentumswohnung unbedingt die Teilungserklärung und die Protokolle der letzten Eigentümerversammlungen vor.

Bewerten Sie die Lage kritisch: Wie ist die Anbindung an öffentliche Verkehrsmittel? Gibt es Einkaufsmöglichkeiten, Schulen und Ärzte in der Nähe? Wie entwickelt sich die Gegend? Eine gute Lage sichert langfristig den Wert Ihrer Immobilie.

3. Die Finanzierung sichern

Holen Sie mehrere Finanzierungsangebote ein und vergleichen Sie nicht nur den Sollzins, sondern vor allem den Effektivzins — dieser enthält alle Kreditkosten. Achten Sie auf folgende Stellschrauben:

Zinsbindung: Je länger die Zinsbindung, desto mehr Planungssicherheit haben Sie. In Niedrigzinsphasen lohnen sich längere Bindungen von 15 oder 20 Jahren. Tilgung: Starten Sie mit mindestens 2 Prozent anfänglicher Tilgung, besser 3 Prozent. Eine höhere Tilgung bedeutet zwar eine höhere Rate, aber deutlich weniger Zinskosten über die Gesamtlaufzeit. Sondertilgung: Vereinbaren Sie das Recht auf jährliche Sondertilgungen von mindestens 5 Prozent der Darlehenssumme. So können Sie Bonuszahlungen oder Erbschaften zur schnelleren Entschuldung nutzen.

Prüfen Sie außerdem Fördermöglichkeiten: Die KfW bietet zinsgünstige Darlehen für energieeffizientes Bauen und Sanieren. Auch regionale Förderprogramme der NRW.BANK oder kommunale Zuschüsse können Ihre Finanzierung verbessern.

4. Der Kaufprozess

Haben Sie Ihre Wunschimmobilie gefunden und die Finanzierungszusage erhalten, beginnt der eigentliche Kaufprozess. In der Regel wird zunächst eine Reservierungsvereinbarung getroffen. Anschließend beauftragt eine der Parteien einen Notar mit der Erstellung des Kaufvertragsentwurfs.

Den Vertragsentwurf erhalten Sie mindestens zwei Wochen vor dem Notartermin. Lesen Sie ihn sorgfältig und klären Sie offene Fragen mit dem Notar. Beim Notartermin wird der Vertrag verlesen und von beiden Seiten unterschrieben. Der Notar veranlasst danach die Auflassungsvormerkung im Grundbuch — damit ist das Objekt für Sie reserviert.

Vergessen Sie die Kaufnebenkosten nicht: Grunderwerbsteuer (in NRW 6,5 %), Notarkosten (ca. 1,5 %), Grundbuchkosten (ca. 0,5 %) und eventuell Maklerprovision. Insgesamt müssen Sie mit 7 bis 12 Prozent des Kaufpreises an Nebenkosten rechnen.

5. Nach dem Kauf

Als frischgebackener Eigentümer sollten Sie sich um einige wichtige Dinge kümmern. Schließen Sie eine Wohngebäudeversicherung ab — diese ist bei finanzierten Immobilien Pflicht. Eine Hausratversicherung und eine Elementarschadenversicherung sind ebenfalls empfehlenswert.

Bilden Sie von Anfang an eine Instandhaltungsrücklage. Als Richtwert gelten 1 bis 1,50 Euro pro Quadratmeter und Monat für Neubauten, bei älteren Objekten entsprechend mehr. Diese Rücklage schützt Sie vor ungeplanten Ausgaben für Reparaturen und Modernisierungen.

Denken Sie auch an steuerliche Aspekte: Als Selbstnutzer können Sie bestimmte Handwerkerleistungen und haushaltsnahe Dienstleistungen steuerlich geltend machen. Vermieter profitieren zusätzlich von der Abschreibung der Anschaffungskosten.

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